Wann ist es genug?
Allen meinen Lesern wünsche ich ein gesundes und gutes Jahr 2012. Nachdem ich mir über den Jahreswechsel eine kleine Pause gegönnt habe, drängt es mich, das zu kommentieren, was momentan so ziemlich das ganze Land bewegt..
Da führt uns ein Bundespräsident vor. Noch und nöcher, weit und weiter. Sagt das eine und tut das andere. Ganz öffentlich, ungeniert und ohne jedes Bewußtsein für das, was eines solch hohen Amtes geziemt. Läßt uns im Unklaren oder verschaukelt uns, ganz nach Belieben. Tischt uns Märchen auf und verkauft uns für dumm. In einem Maße, das bereits unerträglich ist. Und hinterläßt nach dem gestrigen Interview zu allem Überfluß noch die Vermutung, gelogen zu haben, jedenfalls hinsichtlich der Äußerungen, die er einem Journalisten gegenüber gemacht hat.
Zunächst sollten wir ihm dankbar sein. Für die Einblicke, die er uns gewährt, in die politische Kultur dieses Landes. Denn wie anders soll man es denn nennen, wenn dessen politische Repräsentanten kommentarlos zusehen, wie es ein Bundespräsident im internationalen Ansehen herunterzieht. Was soll denn das Ausland von einem Staat halten, in dem die Halbwertzeit der Bundespräsidenten stetig sinkt und inzwischen schon die Chance besteht, eine Fußballmannschaft aus BuPräs a.D. zusammenzukriegen?
Andererseits ist es ziemlich blamabel, wenn man einem Volk angehört, das zusieht, wie einerseits eine Kaufhallenkassiererin wegen der kleinsten Unregelmäßigkeit gefeuert wird, mit höchstrichterlichem Segen und wie andererseits selbst höchste Politiker mit dem platten Satz “Ich entschuldige mich” schon gravierende Entgleisungen aus der Welt schaffen können. Mit Gleicheit vor dem Gesetz kann das kaum etwas zu tun haben.
